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Dort, wo die Elbe die Sandsteinschlucht verlässt und in die weite sächsische Ebene eintritt, liegt die deutsche Stadt Pirna. Vielleicht fährst du auf dem Weg zum berühmten Aussichtspunkt Bastei daran vorbei, und mit dem Zug nach Dresden wirst du die Stadt ohnehin passieren. Es wäre schade, nicht zumindest kurz anzuhalten.
Mich hat die Stadt und ihre Umgebung sehr angenehm überrascht — und dieser Pirna-Reiseführer fasst alles zusammen, was es hier zu sehen gibt.
Pirna nennt sich gern das Tor zur Sächsischen Schweiz — und funktioniert tatsächlich perfekt als Ausgangspunkt für die Erkundung des Nationalparks. Dank seiner günstigen Lage kannst du auch die S-Bahn für Tagesausflüge nach Dresden nutzen.

Pirnas historisches Zentrum gehört außerdem zu den besterhaltenen ganz Sachsens. Während Dresden im Zweiten Weltkrieg einen Großteil seiner historischen Bausubstanz verlor, überstand Pirna den Krieg praktisch unbeschadet.
Das Ergebnis ist ein kompakter historischer Kern, in dem Renaissance- und Gotik-Bürgerhäuser noch genau so stehen, wie ihre Besitzer sie vor vier oder fünf Jahrhunderten errichten ließen. Die Gassen, Portale und Innenhöfe — das meiste, was du siehst, ist kein Nachkriegswiederaufbau. Es ist das historische Original.
Im Vergleich zu Dresden oder der Bastei kommen nur ein Bruchteil der Touristen nach Pirna, und die meisten, die kommen, machen nur Mittagspause. Das bedeutet: Du kannst das gesamte Zentrum und die Burg in aller Ruhe erkunden.

Warum Pirna besuchen?
Pirna ist einer der wenigen Orte in Sachsen, wo das historische Zentrum noch ungefähr so aussieht wie Mitte des 18. Jahrhunderts, als der Maler Bernardo Bellotto — genannt Canaletto — es auf Leinwand festhielt.
Bellotto verbrachte rund zwei Jahre in Pirna und schuf elf großformatige Veduten der Stadt. Die bekannteste, eine Ansicht des Marktplatzes, lässt sich neben ein aktuelles Foto des Platzes legen — der Unterschied ist verblüffend gering.

Die Stadt hat ihr Stadtbild und ihren Baucharakter über Jahrhunderte bewahrt — durch den Dreißigjährigen Krieg, den Zweiten Weltkrieg, die Industrialisierung und die DDR-Zeit, in der die ostdeutsche Regierung historische Altstädte im ganzen Land verfallen ließ.
Pirna überlebte dank des Engagements der Einwohner und der schrittweisen Sanierung nach 1990.
Pirna ist außerdem eine natürliche Basis für die Sächsische Schweiz — Bastei, die Felsenstädte, der Malerweg.
Wer mehr als einen Tagesausflug in den Nationalpark plant, wird feststellen, dass Pirna deutlich mehr Unterkunftsmöglichkeiten bietet als die umliegenden Dörfer — und trotzdem nur 20 Minuten mit dem Auto oder der Bahn vom Parkeingang entfernt liegt.

Der dritte Grund ist weniger offensichtlich: Sonnenstein. Der Schlosskomplex oberhalb der Stadt birgt eine der dunkelsten Geschichten der neueren deutschen Geschichte — ein Ort, an dem das nationalsozialistische Programm Aktion T4 über 13.000 Menschen tötete, die meisten von ihnen mit geistigen Behinderungen.
Die Gedenkstätte auf Sonnenstein ist zurückhaltend, nachdenklich gestaltet und einen Besuch wert — auch für diejenigen, die Museen und Gedenkstätten sonst eher meiden.
In der Nähe findest du außerdem den Barockgarten Großsedlitz, bekannt als das Sächsische Versailles, das schöne Schloss Weesenstein, mehrere kleinere Schlösser und Sommersitze sowie Orte, die mit dem Komponisten Richard Wagner verbunden sind.
Pirna ist sehr leicht zu erreichen. Von Dresden sind es nur 25 km, und die Stadt liegt auch am Elberadweg — dem Elbe-Radwanderweg — was eine entspannte Anreise von der tschechischen Grenze bei Hřensko oder Dolní Žleb mit dem Fahrrad ermöglicht.
Diese Erreichbarkeit macht es zu einem idealen Ziel für ein langes Wochenende oder als Zwischenstopp auf einer längeren Sachsen-Reise.
Wie lange sollte man in Pirna bleiben?
Für Pirna selbst reicht ein Tag gut aus. Wenn du überlegst, was du in Pirna ohne Ausflüge in die Umgebung sehen kannst: Die Altstadt lässt sich in 1–2 Stunden durchstreifen, die Festung Sonnenstein mit ihrer Gedenkstätte in einer weiteren Stunde. Wenn noch Zeit bleibt, ergänze einen Spaziergang entlang der Elbe oder eine kurze Radtour.
Eine Übernachtung lohnt sich, wenn du Pirna mit der Sächsischen Schweiz verbinden möchtest oder wenn du dir ausreichend Zeit für die Schlösser der Umgebung und den Barockgarten Großsedlitz nehmen willst.
Wenn du mit der Bahn aus Dresden anreist, ist Pirna ein bequemer Tagesausflug — die S-Bahn fährt ungefähr alle 30 Minuten und die Fahrt dauert knapp eine halbe Stunde.

Die Top-Sehenswürdigkeiten in Pirna
Bevor es ins Detail geht, hier acht Dinge in Pirna, die du nicht verpassen solltest:
- Marktplatz – der Platz, auf dem das historische Pirna von seiner schönsten Seite zeigt. Rathaus, Canalettohaus, Brunnen und Sandsteinpflaster ergeben ein Bild, das sich seit Bellottos Gemälden erstaunlich wenig verändert hat.
- Stadtkirche St. Marien – eine spätgotische Kirche mit dem größten Kirchendach Sachsens und einem bemerkenswerten Inneren, das einen näheren Blick lohnt.
- Festung Sonnenstein – ein Komplex oberhalb der Stadt mit Blick über die Elbe und Pirna. Neben dem architektonisch interessanten Schlosskomplex beherbergt er eine Gedenkstätte für die Opfer der NS-Euthanasie.
- Historische Bürgerhäuser – das Wertvollste in Pirna ist kein einzelnes Gebäude, sondern das Ensemble. Geh langsam, schau dir die Portale, Erker, Tore und Innenhöfe an.
- Canalettohaus – das Haus am Marktplatz, in dem heute das Tourismuszentrum und eine kleine Ausstellung über den Maler Bellotto und seine Pirna-Gemälde untergebracht sind.
- Stadtmuseum Pirna – eine Dauerausstellung in den Räumlichkeiten eines ehemaligen Dominikanerklosters.
- Elberadweg – der Elbe-Radwanderweg führt direkt durch Pirna. Fahr auch nur eine kurze Strecke und du gewinnst eine ganz andere Perspektive auf die Stadt.
- Hofnacht – wenn dein Besuch in den August fällt, verpasse nicht dieses jährliche Event, bei dem sonst unzugängliche historische Bürgerhöfe für die Öffentlichkeit geöffnet werden. Eine der authentischsten Möglichkeiten, Pirna zu erleben.

Lohnenswerte Ausflugsziele rund um Pirna:
Noch ein paar Tipps in maximal 15 Fahrminuten Entfernung:
- Schloss Weesenstein – ein wunderschönes Schloss in den Hügeln oberhalb von Pirna.
- Barockgarten Großsedlitz – ein Garten im französischen Stil, bekannt als das Sächsische Versailles.
- Schloss Pillnitz – ein einzigartiges Renaissanceschloss mit Gärten und Parks direkt an der Elbe — offiziell schon am Dresdner Stadtrand.
- Feldbahnmuseum Herrenleite – ein technisches Museum mit einer industriellen Schmalspurbahn und Dampflokomotiven.
- Die Kleine Sächsische Schweiz – ein Miniaturpark der Sächsischen Schweiz.
- Schloss Pirna-Zuschendorf – ein kleineres Schloss mit gepflegten Gärten und Gewächshäusern.
- Jagdschloss Graupa – ein Jagdschloss mit einer Ausstellung über den Komponisten Richard Wagner.
- Sächsische Schweiz – der Nationalpark mit dem berühmten Aussichtspunkt Bastei braucht kaum eine Vorstellung, der Vollständigkeit halber sei er aber trotzdem erwähnt.
Wie du siehst, bietet Pirna mit seiner Umgebung locker ein abwechslungsreiches Programm für ein langes Wochenende.

Was gibt es in Pirna zu sehen?
Marktplatz und Umgebung
Pirnas Marktplatz ist verhältnismäßig klein — und genau darin liegt ein Teil seines Charmes. Es ist kein weitläufiges Barockensemble, sondern ein intimerer rechteckiger Platz, auf dem die Gebäude nah genug beieinanderstehen, um das Ganze auf einen Blick zu erfassen.
In der Mitte steht das mittelalterliche Rathaus, erstmals 1396 erwähnt. Seine heutige Gestalt, einschließlich des barocken Uhrenturms mit Sonnenuhr und Mondphasensymbolen, erhielt es im 18. Jahrhundert.

An der Nordseite des Platzes steht das Canalettohaus — das Gebäude, das direkt auf Bellottos berühmtestem Pirna-Gemälde von 1753 zu sehen ist. Seine heutige Renaissanceform stammt aus der Zeit um 1520.
Heute beherbergt es den TouristService Pirna sowie eine kleine kostenlose Ausstellung über den Maler und seine Pirna-Veduten. Es lohnt sich ein kurzer Stopp, besonders wenn du dich für den historischen Kontext der Stadt interessierst.
Jedes Jahr im April findet auf dem Platz das Lebendige Canalettobild statt — ein lebendes Gemälde, bei dem Laiendarsteller in historischen Kostümen exakt die Positionen der Figuren aus Bellottos Gemälde einnehmen und der gesamte Platz für wenige Augenblicke einfriert.
Unterkunft in Pirna
Pension Donatus
Eine Pension in der Niederen Burgstr. mit eigenem Parkplatz. Vegetarisches Buffetfrühstück und Apartments für bis zu 4 Personen direkt in der Altstadt.
Verfügbarkeit prüfenHortensiensuite
Ein 55 m² großes Apartment in einem Steinhaus direkt an der Elbe. Sauna, Infrarotkabine und Wasserbett — eine ungewöhnliche Wahl für Paare, 10 Min. Fußweg ins Zentrum.
Verfügbarkeit prüfenDesign ElbOase
Ein 60 m² großes Designer-Apartment in der Altstadt, 300 m vom Marktplatz. Voll ausgestattete Küche, Waschmaschine und haustierfreundlich — ideal für einen längeren Aufenthalt.
Verfügbarkeit prüfenAlte Brennerei Zehista – Akelei
Ein großzügiges 110 m² Apartment für 8 Personen in einer behutsam restaurierten alten Brennerei. Privatgarten, Außenpool und Sauna — ideal für Familien und Gruppen mit Auto.
Verfügbarkeit prüfenGrafschafft
Modernes 96 m² Apartment mit zwei Schlafzimmern, Balkon und Tiefgarage. 15 Min. mit der Bahn nach Dresden und zu den Felsen der Sächsischen Schweiz.
Verfügbarkeit prüfenStadtkirche St. Marien
Die Kirche steht am nördlichen Rand der Altstadt und überragt Pirna von allen Seiten. Das spätgotische Bauwerk entstand zwischen 1502 und 1546 — eine verhältnismäßig kurze und einheitliche Bauphase, die sich in der Konsistenz der Architektur widerspiegelt.
Das bemerkenswerteste Bauelement ist das Dach. Mit seinem Firstpunkt auf 40 Metern und der größten Dachfläche aller Kirchen Sachsens ist es eine technisch anspruchsvolle Konstruktion, die die Jahrhunderte überstanden hat und zuletzt 2004 restauriert wurde.


Das Innere lohnt einen näheren Blick — besonders das reich gerippte Gewölbe und die figürlichen Wandmalereien, bekannt als die Pirnaer Bilderbibel.
Die Kirche ist auch mit der Reformation verbunden: Sie gehörte zu den ersten Kirchen Sachsens, die zum Luthertum überwechselten, und diese historische Schicht ist in ihrer Ausstattung noch heute ablesbar.


Festung und Schloss Sonnenstein
Die Festung Sonnenstein thront auf einem Felsvorsprung direkt oberhalb der Altstadt. In 10–15 Minuten läufst du vom Marktplatz hinauf und wirst mit Blicken über Pirna, die Elbe und die Sächsische Schweiz im Hintergrund belohnt.
Das Gelände hat eine vielschichtige und stellenweise zutiefst erschütternde Geschichte. Die ursprüngliche Burg aus dem 13. Jahrhundert, damals an der Grenze zwischen dem Königreich Böhmen und der Markgrafschaft Meißen, wurde nach und nach zu einer Renaissancefestung ausgebaut.

Im 19. Jahrhundert erlebte der Ort eine scheinbar zivilisierende Transformation — hier wurde eine der ersten modernen psychiatrischen Anstalten Deutschlands eingerichtet. Diese Tradition wurde unter dem NS-Regime auf eine Weise missbraucht, die diesen Ort zu einem der dunkelsten im ganzen Land machte.
1940 und 1941 wurden im Rahmen des NS-Programms Aktion T4 mehr als 13.000 Menschen auf Sonnenstein ermordet — Menschen mit psychischen Erkrankungen, körperlichen Behinderungen oder solche, die einfach nicht den NS-Kriterien der „rassischen Nützlichkeit“ entsprachen. Es war eines von sechs systematischen Tötungszentren, die das T4-Programm in Deutschland betrieb.
Die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein nimmt heute einen Teil des ursprünglichen Geländes ein. Die Ausstellung beleuchtet sowohl den historischen Kontext des Programms als auch die individuellen Schicksale der Opfer.
Der Eintritt ist frei, und ein Teil der Texte ist auch auf Englisch verfügbar.
Der verbleibende Teil des Komplexes — das Schloss und die Bastionen aus dem 18. Jahrhundert — ist frei zugänglich, auch wenn man die Schlossräume leider nicht betreten kann.
In den Sommermonaten findet auf dem Gelände der Skulpturensommer Pirna statt, eine Open-Air-Skulpturenausstellung in den historischen Militärbefestigungen.


Stadtmuseum Pirna
Das Museum ist in den Räumen eines ehemaligen Dominikanerklosters untergebracht, dessen mittelalterliche Architektur einen natürlichen Rahmen für die Sammlungen zur Stadtgeschichte bildet.
Das Gebäude selbst verdient Aufmerksamkeit — die Kombination aus erhaltenen Kreuzgangräumen und modernen Ausstellungselementen wurde in der Vergangenheit mit Architekturpreisen ausgezeichnet.
Die Dauerausstellung dokumentiert Pirnas Entwicklung vom Mittelalter über seinen kommerziellen Aufschwung an der Elbe und die Industrialisierung bis ins 20. Jahrhundert.
Besonderes Augenmerk gilt dem Abbau und der Verarbeitung von Sandstein aus den Elbsandsteingebirgen, der die Identität und den Wohlstand der Stadt über Jahrhunderte grundlegend prägte. Pirnaer Sandstein reiste per Boot die Elbe hinunter nach Dresden, wo er zum wichtigsten Baumaterial für die Barockpaläste und Kirchen der Stadt wurde.
DDR Museum Pirna
Weniger als einen Kilometer südöstlich der Altstadt liegt eines der markantesten Museen Sachsens — das DDR Museum Pirna.
Diese Privatsammlung vereint über hundertzwanzigtausend Objekte aus der Zeit der Deutschen Demokratischen Republik auf rund zweitausend Quadratmetern.
Drinnen findest du ein Schulklassenzimmer, einen Lebensmittelladen aus der Zeit, eine komplett eingerichtete 1980er-Jahre-Wohnung, Trabant und Wartburg sowie endlose Regale voller Alltagsgegenstände, die das Leben in Ostdeutschland über drei Jahrzehnte prägten.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise findest du auf ddr-museum-pirna.de
Historische Bürgerhäuser
Die Häuser im Zentrum sind größtenteils Renaissance und Frühbarock, geschmückt mit Sandsteinportalen, Sitznischen und Erkern verschiedenster Formen.

Zwei verdienen besondere Aufmerksamkeit: Das Teufelserkerhaus in der Oberen Burgstraße hat einen Erker, der von drei Teufelsfiguren getragen wird — eines der seltsamsten und unterhaltsamsten Architekturdetails ganz Pirnas. Als Gegenstück dazu befindet sich in unmittelbarer Nähe der Engelserker — ein Erker mit Engeln.
Die Innenhöfe (Höfe) in Pirna sind außergewöhnlich gut erhalten und gehören zum Besten, was die Stadt zu bieten hat. Sie sind in der Regel durch Durchgänge im Erdgeschoss der Häuser zugänglich.
Wenn du im August zu Besuch bist, ist die Hofnacht — die Nacht der offenen Höfe — die beste Gelegenheit, sie in voller Pracht zu erleben, mit Musik, Essen und stimmungsvoller Beleuchtung.


Friedrichschlösschen und Barockgarten Großsedlitz
Vier Kilometer nordwestlich des Pirnaer Stadtzentrums, am Rand des Ortes Heidenau, liegt einer der bedeutendsten Barockgärten Sachsens — der Barockgarten Großsedlitz.
Er wird auch das Sächsische Versailles genannt.
Der Garten entstand im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts als Prestigeprojekt der sächsischen Kurfürsten, angelegt im strengen französischen Stil mit symmetrischen Wegen, Wassertreppen, geschnittenen Boskets und rund sechzig Barockplastiken.
Das architektonische Herzstück ist das Friedrichschlösschen — ein kleines Sommerschloss aus dem Jahr 1727, das als Orangerie und Repräsentationspavillon diente. Die zweite Orangerie, die Obere Orangerie, beherbergt heute ein Café mit Gartenterrasse.
Der Garten ist ganzjährig geöffnet, die Öffnungszeiten richten sich nach der Jahreszeit. Die genauen Zeiten findest du auf barockgarten-grosssedlitz.de
Der Eintritt beträgt 6 € für Erwachsene und 5 € ermäßigt.
Vom Pirnaer Zentrum aus bist du in etwa zehn Minuten hier.
Was kann man in Pirna erleben?
Elberadweg – Radfahren entlang der Elbe
Der Elberadweg ist eine der beliebtesten Fernradrouten Deutschlands. Der deutsche Abschnitt allein erstreckt sich über rund 860 Kilometer.
Für Pirna-Besucher ist entscheidend, dass die Route direkt durch die Innenstadt führt und eine entspannte Fahrt entweder in Richtung Dresden (ca. 20 km) oder in die entgegengesetzte Richtung in die Sächsische Schweiz und weiter zur tschechischen Grenze bei Hřensko oder Dolní Žleb ermöglicht.
Die Strecke entlang der Elbe verläuft größtenteils auf ausgewiesenen Radwegen oder verkehrsarmen Straßen, sodass auch Familien mit Kindern gut zurechtkommen. Und du fährst flach — es ist schließlich ein Flusstal.

Dampferfahrt auf der Elbe
Die historischen Raddampfer der Sächsischen Dampfschiffahrt bilden die größte und älteste Flotte betriebsfähiger Raddampfer der Welt — neun Schiffe, von denen einige seit dem späten 19. Jahrhundert in Fahrt sind. Daneben verkehren auch weitere touristische Linien auf der Elbe.
Pirna ist eine der Haupthaltestellen auf der Linie zwischen Dresden und der Sächsischen Schweiz, sodass eine Fahrt von hier in beide Richtungen Sinn ergibt: stromaufwärts zur Bastei und Bad Schandau oder stromabwärts nach Dresden und Schloss Pillnitz.
Die Fahrt von Pirna nach Dresden dauert stromabwärts rund zwei Stunden, in der Gegenrichtung etwa eine Stunde länger (das Schiff kämpft gegen die stärkere Strömung). Eine Fahrt nach Bad Schandau mit mehreren Haltestellen in der Sächsischen Schweiz dauert ungefähr drei bis dreieinhalb Stunden.

Sächsischer Weinwanderweg
Der Sächsische Weinwanderweg schlängelt sich durch die Landschaft südöstlich von Pirna und verbindet Ausblicke ins Elbtal mit Weinbergen und historischen Dörfern.
Ein Teil der Strecke ist für Radfahrer freigegeben, ein Teil nur für Wanderer.
Informationen zur Route und ihren Abschnitten gibt es im Tourismuszentrum im Canalettohaus.
Hofnacht
Die Hofnacht — wörtlich „Nacht der Höfe“ — findet jeden August statt und ist eine einmalige Gelegenheit, hinter die Fassaden der Pirnaer Häuser zu blicken. Die Eigentümer historischer Höfe und Gärten öffnen Räume, die sonst für die Öffentlichkeit geschlossen sind, und bieten Essen, Trinken und Kultur.
Das Event zieht beachtliche Besuchermassen an — wenn du vorhast zu kommen, buche deine Unterkunft rechtzeitig im Voraus.
Canaletto Markt – Pirnas Weihnachtsmarkt
Pirna hat seine eigene Weihnachtsmarkttradition, deren Name direkt auf Bellottos Gemälde der Stadt anspielt — daher Canaletto Markt. Der Markt findet auf dem Marktplatz von Ende November bis zum 23. Dezember statt und ist spürbar kleiner und ruhiger als Dresdens Striezelmarkt oder die Märkte auf dem Altmarkt.
Das ist genau sein größter Vorzug: keine Warteschlangen, Platz zum Bewegen auch mit Kinderwagen und als Kulisse ein authentischer historischer Platz.

In der Adventszeit lässt sich Pirna wunderbar mit Dresden kombinieren: Vormittags auf Dresdens Striezelmarkt, nachmittags dann weiter ins entspanntere Pirna. Eine Übernachtung in Pirna statt in Dresden kommt außerdem deutlich günstiger.
Der Weihnachtsmarkt ist der Hauptgrund, Pirna im Winter zu besuchen — und paradoxerweise einer der wenigen Zeitpunkte, an denen die Stadt etwas mehr Betrieb hat.
Essen und Trinken in Pirna
Pirna ist kein kulinarisches Ziel auf dem Niveau Dresdens, hat aber für eine Stadt dieser Größe ein überraschend solides Angebot. Das Zentrum ist kompakt, sodass alle hier genannten Lokale gut zu Fuß erreichbar sind — kein Nachdenken über Transportmittel nötig.
Wo gibt es guten Kaffee?
- AltstadtEule Pirna – Ein kleines Café in den Gassen der Altstadt. Guter Espresso und hausgemachte Desserts.
- Café Bohemia – Ein ruhiges Café in der Nähe des Marktplatzes. Specialty Coffee, Kuchen und hausgemachte Limonaden.
- Canaletto Pirna – Ein Café mit Bezug zum Maler Bellotto, gleich neben dem Marktplatz. Serviert auch ein solides Frühstück.
Wo kann man essen?
- Restaurant Schifftor – Sächsische Küche in einem Bürgerhaus wenige Gehminuten vom Marktplatz. Klassiker wie Schweinebraten, Knödel und lokales Bier.
- Restaurant Felsenbirne – Modernere deutsche Küche mit einem regelmäßig wechselnden Saisonal-Menü. Überschaubare Karte und Fokus auf regionale Zutaten.
- AMARE italienisches Restaurant – Eine italienische Osteria mit hausgemachter Pasta und holzofengebackener Pizza. Eine verlässliche Wahl, wenn du eine Pause von der deutschen Küche brauchst.
- Landgang Pirna – Spezialisiert auf Fisch und Meeresfrüchte — ein ungewöhnlicher Akzent im sonst fleischbetonten Pirna. Kurze Karte, frische Zutaten.
- Ambar Restaurant – Bodenständige indische Küche. Klassische Currys, Tandoori und eine vegetarische Karte.
- Restaurant Lazy Laurich – Ein Restaurant auf der anderen Elbseite im Stadtteil Copitz, für das sich der Weg über die Brücke lohnt. Zeitgemäße Küche mit Saisonkarte, Flussblick und wohltuende Ruhe abseits des Altstadttrubels.
Unterkunft in Pirna
Pirna hat ein überschaubares, aber gut funktionierendes Unterkunftsangebot. Die größte Dichte an Pensionen und kleineren Hotels liegt in der Altstadt oder direkt daneben — für Besucher ohne Auto ist das ohnehin die einzig sinnvolle Wahl.
Die Preise sind deutlich günstiger als in Dresden, obwohl die beiden Stadtzentren nur 20 Kilometer voneinander entfernt liegen.
Empfohlene Unterkünfte in Pirna:
- Pension Donatus – Eine Pension in der Niederen Burgstr., einer der Straßen, die direkt zum Marktplatz führen. Geräumige Zimmer und Apartments für bis zu 4 Personen, vegetarisches Buffetfrühstück und hauseigener Parkplatz — eine seltene Kombination im Pirnaer Zentrum.
- Hortensiensuite – Ein 55-Quadratmeter-Apartment in einem wunderschönen alten Steinhaus direkt an der Elbe, zehn Gehminuten von der Altstadt entfernt. Zur Ausstattung gehören Sauna, Infrarotkabine und Wasserbett — eine ungewöhnliche Wahl für Paare.
- Design ElbOase – Ein 60-Quadratmeter-Zweizimmer-Designer-Apartment in der Altstadt, dreihundert Meter vom Marktplatz entfernt. Voll ausgestattete Küche, Waschmaschine, Parkplatz in Bahnhofsnähe und haustierfreundliche Regelungen — praktisch für einen längeren Aufenthalt.
- Alte Brennerei Schloss Zehista – Akelei – Ein 110-Quadratmeter-Apartment für acht Gäste in einer behutsam restaurierten alten Brennerei, drei Kilometer außerhalb der Stadt. Privatgarten, Außenpool, Sauna und Grill — ideal für Familien oder eine Freundesgruppe mit Auto.
- Grafschafft – Ein modernes Apartment mit zwei Schlafzimmern, Balkon und Tiefgarage in einer ruhigen Wohngegend. Fünfzehn Minuten mit der Bahn nach Dresden oder zu den Felsen der Sächsischen Schweiz — eine gute Basis für Tagesausflüge, ohne sich mit Parkplatzsuche im Zentrum herumzuschlagen.
Anreise nach Pirna
Mit dem Auto ist Pirna sehr gut erreichbar, da es an der A17 von Dresden nach Prag liegt.
Von Prag führt die Route über die D8, über den Grenzübergang Cínovec/Tellnitz und dann auf der deutschen A17 direkt nach Pirna. Die Strecke beträgt rund 140 Kilometer, die Fahrt dauert je nach Verkehr etwa anderthalb Stunden.
Von Děčín sind es knapp 40 Kilometer, von Ústí nad Labem rund 60 Kilometer.
Mit der Bahn aus Dresden nimmst du die S-Bahn S1 oder S2 direkt nach Pirna. Die Fahrt dauert 20 Minuten, und die Züge fahren mindestens alle halbe Stunde, oft öfter.
Von Prag aus fährst du mit einem EuroCity-Zug direkt nach Bad Schandau oder Dresden und steigst dann in die S-Bahn nach Pirna um.
Pirnas Bahnhof ist etwa 10 Gehminuten von der Altstadt entfernt.
Häufig gestellte Fragen zu Pirna
Was kann man in Pirna an einem Tag sehen?
An einem einzigen Tag kannst du die gesamte Altstadt erkunden (Marktplatz, Canalettohaus, Stadtkirche St. Marien, die Bürgerhäuser einschließlich Teufelserkerhaus), zur Festung Sonnenstein hinaufsteigen und den Blick über das Elbtal genießen sowie einen kurzen Spaziergang am Elberadweg unternehmen. Starte auf dem Marktplatz und geh am Nachmittag hoch zum Sonnenstein. Wenn noch Zeit bleibt, geht es weiter zu den umliegenden Schlössern oder in die Sächsische Schweiz.
Wie komme ich von Dresden nach Pirna?
Am einfachsten mit der S-Bahn S1 oder S2, die mindestens alle halbe Stunde fährt und Pirna in rund 20 Minuten erreicht. Mit dem Auto nimmst du die A17 — die Fahrt dauert etwa 25 Minuten.
Lohnt sich ein Besuch in Pirna?
Ja, besonders wenn du historische Altstädte ohne Touristenmassen schätzt. Pirna ist eine der besterhaltenen Renaissance- und Barockstädte Sachsens — sie überstand den Zweiten Weltkrieg praktisch unbeschadet — und ihr Marktplatz sieht noch ähnlich aus wie auf Bellottos Gemälden aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Umgebung bietet außerdem mehrere schöne Schlösser, und Pirna ist das Tor zur Sächsischen Schweiz.
Was ist Sonnenstein in Pirna?
Sonnenstein ist ein Festungskomplex oberhalb der Pirnaer Altstadt. Neben dem architektonisch interessanten Schloss aus dem 18. Jahrhundert beherbergt das Gelände die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein, die den Opfern des nationalsozialistischen Aktion-T4-Programms gewidmet ist — zwischen 1940 und 1941 wurden hier mehr als 13.000 Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Behinderungen ermordet. Der Eintritt in die Gedenkstätte ist kostenlos.
Wie weit ist Pirna von Dresden entfernt?
Rund 18 km Luftlinie, knapp 25 km mit dem Auto und 20 Minuten mit der S-Bahn S1 oder S2 (mindestens alle 30 Minuten). Pirna ist daher ein bequemer Tagesausflug von Dresden — oder umgekehrt eine günstigere Unterkunftsbasis, von der aus Reisende Dresden für Tagesausflüge ansteuern.
Wann findet der Pirnaer Weihnachtsmarkt statt?
Der Canaletto Markt auf dem Marktplatz läuft von Ende November bis zum 23. Dezember. Die Öffnungszeiten sind in der Regel 11 bis 21 Uhr an Werktagen und ab 10 Uhr an Wochenenden. Der Markt ist deutlich kleiner und ruhiger als Dresdens Striezelmarkt — ideal für Familien mit Kindern oder alle, denen große Menschenmassen zu viel sind.
Wo übernachtet man am besten in Pirna?
Die größte Dichte an Pensionen und kleineren Hotels liegt direkt in der Altstadt. Preise beginnen bei rund 70 € für ein Doppelzimmer und gehen je nach Saison bis etwa 130 € pro Nacht. Pension Donatus und Design ElbOase sind gute zentrale Optionen; wer etwas Besonderes sucht, ist in der Hortensiensuite direkt an der Elbe richtig — ideal für Radreisende auf dem Elberadweg.
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