Singapur Reiseführer: Eine Insel, vier Kulturen, kein Leerlauf

Panorama of Singapore with financial district skyscrapers at dusk

This post is also available in: Englisch Spanisch

Dank seiner Lage und seinem Weltklasse-Flughafen wird Singapur oft als „Tor zu Asien“ bezeichnet, und viele Reisende verbringen nur ein paar Stunden im Transit, bevor sie weiterfliegen. Doch dieser winzige Stadtstaat hat weit mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick vermutet — vier Kulturen auf einer Insel, Michelin-besterntes Street Food und den besten Flughafen der Welt, an dem du problemlos einen ganzen Tag verbringen könntest.

Warum Singapur besuchen

Singapur liegt an einer sehr praktischen Stelle auf der Landkarte, sodass deine Route beim Reisen durch Asien fast zwangsläufig irgendwann hier vorbeiführt. Wenn du einen Zwischenstopp hast, scheu dich nicht, den Komfort des Changi Airport zu verlassen und auf Erkundungstour zu gehen. Singapur ist nicht nur eine ultramoderne Oase der entwickelten Welt, umgeben von deutlich weniger entwickelten Ländern in Südostasien — es ist auch ein Ort, an dem unzählige Kulturen aufeinandertreffen und gemeinsam ein Paradebeispiel für Multikulturalismus bilden. Das zeigt sich im Lebensstil, in der Architektur, beim Essen … eigentlich überall. Und das Beste daran: Es funktioniert einfach.

Von der Größe her ist Singapur etwas kleiner als New York City und beherbergt rund 6 Millionen Menschen. In der Praxis heißt das, du kommst zwischen zwei beliebigen interessanten Orten in unter 45 Minuten mit der Metro hin. Es ist eines der wenigen großen Reiseziele, das man in nur drei Tagen wirklich gut erkunden kann.

Straße in Singapurs Chinatown, geschmückt mit roten Laternen

Wie du nach Singapur kommst

Singapur hat nur einen internationalen Flughafen, Changi, der zugleich einer der größten Luftfahrt-Hubs Asiens ist — mit über hundert Fluggesellschaften und Direktverbindungen zu rund 150 Zielen weltweit. Die heimische Airline Singapore Airlines, seit Langem eine der bestbewerteten Fluggesellschaften der Welt, fliegt direkt von vielen europäischen Städten, darunter London, Paris, Frankfurt, München, Zürich, Mailand, Barcelona, Amsterdam und Kopenhagen. Ihre Billigflug-Tochter Scoot fliegt direkt ab Wien mit einem Dreamliner, die Flugzeit beträgt rund 12 Stunden.

Luftaufnahme des Changi Airport mit der Glaskuppel von Jewel

Changi: Der beste Flughafen der Welt, mit einem Wasserfall darin

Changi ist nicht nur ein Transitpunkt — er ist eine Attraktion für sich, egal ob du einen achtstündigen Zwischenstopp hast oder direkt nach Singapur weiterreist. Im Herzen liegt Jewel, eine Glaskuppel, die mit den Terminals verbunden ist und in deren Mitte der Rain Vortex herabfällt — ein vierzig Meter hoher Indoor-Wasserfall, der höchste der Welt. Der Eintritt ist kostenlos, geöffnet ist täglich von 10:00 bis 22:00 Uhr, und es gibt eine abendliche Lichtshow um 19:30, 20:00 und 21:00 Uhr, an Wochenenden zusätzlich um 22:00 Uhr.

Rain-Vortex-Wasserfall in Jewel Changi, der höchste Indoor-Wasserfall der Welt
Der Rain Vortex fällt sieben Stockwerke tief hinab, und ihn anzusehen kostet nichts

Um den Wasserfall herum liegt Forest Valley, ein vierstöckiger Garten, der ebenfalls kostenlos zu durchqueren ist. Bezahlen musst du nur für den Canopy Park im obersten Stockwerk — mit Spiegellabyrinth, über der Halle gespannten Netzen und Hängebrücken. Der Basiseintritt beginnt bei rund 10 SGD, einzelne Attraktionen kosten extra.

Praktischer Hinweis für Transitpassagiere: Jewel liegt hinter der Passkontrolle, sodass du bei einem kurzen Zwischenstopp nicht dorthin gelangst, ohne offiziell ins Land einzureisen. Wenn dein Zwischenstopp länger als etwa sechs Stunden dauert und du visumfrei einreisen darfst, lohnt es sich, die Einreisekontrolle zu passieren, Jewel zu besuchen und sogar mit der Metro ins Stadtzentrum zu fahren.

Vom Flughafen ins Stadtzentrum

Die Metro (MRT) fährt direkt ab den Terminals — du fährst bis Tanah Merah, steigst dort auf die grüne East West Line um, und die gesamte Fahrt ins Zentrum dauert 35 bis 40 Minuten für weniger als 2 SGD. Ein Taxi legt dieselbe Strecke in 20 bis 30 Minuten zurück, kostet aber 25 bis 45 SGD inklusive Flughafenzuschlag, der zwischen 17:00 und Mitternacht auf 8 SGD steigt. Die Metro fährt ab Flughafen etwa von 5:30 bis Mitternacht; wenn du später landest, bleiben dir Nachtbus oder Taxi.

Auf dem Landweg aus Malaysia

Die einzige Alternative zum Fliegen ist die Anreise auf dem Landweg aus dem benachbarten Malaysia — per Bus oder Zug, meist ab Kuala Lumpur oder der Grenzstadt Johor Bahru. Besonders bei Bussen ist Vorsicht geboten: Täglich überqueren enorm viele Menschen die Causeway-Grenze, und die Schlangen an der Passkontrolle können brutal sein. Es kommt nicht selten vor, dass Reisende ihren Bus verpassen, weil sie in der Warteschlange feststecken. Zahlreiche Busunternehmen bedienen diese Route, prüfe also vorher, ob dein gewählter Anbieter zuverlässig ist. Bevor du dich auf den Weg zur Grenze machst, wirf einen Blick in unseren Malaysia-Reiseführer für Tipps zu Zwischenstopps auf dem Weg.

Die Warteschlangen am Causeway sollen bald der Vergangenheit angehören, dank des RTS Link, einer vier Kilometer langen Bahnstrecke, die Singapurs Woodlands North mit Bukit Chagar in Johor Bahru verbindet. Die Überfahrt soll fünf Minuten dauern, die Fahrpreise sollen bei etwa 5 bis 7 SGD liegen, und der Betrieb soll im Januar 2027 starten. Bis dahin solltest du für den Grenzübertritt bis zu zwei Stunden einplanen — an Wochenenden mehr.

Von Changi aus kommst du günstig fast überallhin in Südostasien — Billigfluglinien fliegen von hier aus in die ganze Region. Die häufigsten Anschlussziele sind Bangkok, zwei Flugstunden entfernt, die Philippinen, etwa dreieinhalb Stunden, oder Indonesien, praktisch nebenan.

Beste Reisezeit für Singapur

Fast direkt am Äquator gelegen, kennt Singapur keine echten Jahreszeiten — die Temperaturen bleiben das ganze Jahr über konstant und hoch, bei rund 30 °C. Es gibt lediglich eine Unterscheidung zwischen der Trockenzeit, ungefähr März bis August, und der Regenzeit von September bis Februar, wobei keine der beiden wirklich verlässlich vorhersehbar ist. Der stärkste Regen fällt von November bis Januar.

Selbst in der Trockenzeit kommt es zu Regen, und unabhängig von der Jahreszeit fällt er meist am Abend oder in der Nacht. Die Luftfeuchtigkeit liegt das ganze Jahr über bei rund 80 %, sodass ein 30-°C-Tag hier viel stärker zusetzt als ein 30-°C-Tag am Strand. Plane entsprechend — zwei größere Outdoor-Attraktionen pro Tag sind das Maximum; schiebe dazwischen etwas Klimatisiertes ein.

Wenn du deine Reisetermine frei wählen kannst, bietet Februar bis April die beste Mischung aus geringstem Regen und erträglicherer Luftfeuchtigkeit.

Radfahrer auf der Promenade an der Marina Bay in Singapur

Dunst: Wenn die Luftqualität am schlechtesten ist

Während der Trockenzeit kann der sogenannte Haze auftreten — Smog, der von Bränden im nahegelegenen Indonesien herüberzieht, die Luftqualität verschlechtert und die Sicht einschränkt. Am häufigsten tritt er von August bis Oktober auf. Die Regierung erfasst die aktuellen Bedingungen mit dem PSI-Index, verfügbar online und über eine App; Werte über 100 bedeuten, dass empfindliche Gruppen ihre Zeit im Freien einschränken sollten. Haze lässt sich nur grob vorhersagen, prüf also ein paar Tage im Voraus.

Feiertage und wichtige Veranstaltungen

Der Zeitpunkt deiner Reise kann die Atmosphäre der Stadt völlig verändern — und auch die Hotelpreise:

  • Chinesisches Neujahr (Ende Januar/Anfang Februar) — Chinatown zeigt sich von seiner spektakulärsten Seite, allerdings schließen viele Geschäfte für mehrere Tage.
  • Hari Raya Puasa (Ende des Ramadan) — Nachtmärkte in Kampong Glam und das beste Essen des Jahres.
  • Deepavali (Oktober/November) — Little India erstrahlt in Lichtern, die Feierlichkeiten dauern mehrere Wochen.
  • Singapore Grand Prix — ein Nacht-F1-Rennen auf dem Marina Bay Street Circuit, dieses Jahr vom 9. bis 11. Oktober, erstmals mit Sprintrennen. Unterkünfte in der Innenstadt sind in dieser Woche zwei- bis dreimal teurer und müssen Monate im Voraus gebucht werden.

Visum und Einreisebestimmungen

Staatsangehörige der EU, des UK und der USA erhalten visumfreie Einreise nach Singapur für 90 Tage. Dein Reisepass muss noch mindestens sechs Monate über deinen geplanten Aufenthalt hinaus gültig sein, und es ist ratsam, einen Nachweis für einen Weiterflug aus Singapur parat zu haben — Grenzbeamte fragen recht oft danach.

Die Papier-Einreisekarte, die man früher bei der Ausreise abgeben musste, gibt es nicht mehr. Sie wurde durch die elektronische SG Arrival Card (SGAC) ersetzt, die auch eine Gesundheitserklärung enthält. Du kannst sie bis zu drei Tage vor der Ankunft (einschließlich des Ankunftstags) einreichen, und zwar kostenlos — entweder über den offiziellen E-Service der ICA oder die MyICA-App.

Vorsicht vor kostenpflichtigen Drittanbieter-Websites. Kommerzielle Websites, die dutzende Euro dafür verlangen, die SGAC „auszufüllen“, tauchen in den Suchergebnissen oft ganz oben auf. Die ICA distanziert sich ausdrücklich von ihnen — du kannst das Formular selbst in fünf Minuten erledigen.

Prüfe die aktuellen Einreisebestimmungen immer beim Auswärtigen Amt deines Heimatlandes sowie direkt bei der Singapore’s ICA.

Was kostet Singapur

Jeder wird dir sagen, dass Singapur teuer ist. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass dieser Ruf etwas übertrieben ist. Sicher, Singapur kostet spürbar mehr als Thailand oder das benachbarte Malaysia, aber es ist weit davon entfernt, unverschämt teuer zu sein. Wenn du nicht gezielt Luxus suchst — wovon es hier reichlich gibt — kommst du auch mit einem sehr knappen Budget gut zurecht.

Währung, Bezahlung und Steuern

Die Währung ist der Singapur-Dollar (SGD), der etwa 0,68 € wert ist. Es gibt überall in der Stadt Wechselstuben, die in der Regel faire Kurse bieten, aber ich würde nur dann Bargeld tauschen, wenn du noch südostasiatische Währung dabei hast, insbesondere malaysische Ringgit. Bargeld kannst du problemlos an Geldautomaten abheben, die es überall gibt und die mit ausländischen Karten keine Probleme haben.

Kartenzahlung ist in Singapur selbst dort Standard, wo man es nicht erwarten würde — auch an den meisten Ständen der Hawker Centers. Bargeld lohnt sich vor allem für kleine Einkäufe und ältere Stände. Zu den ausgewiesenen Preisen kommt 9 % GST hinzu; Restaurants erheben oft zusätzlich 10 % Servicegebühr, sodass deine Rechnung am Ende ein Fünftel höher ausfallen kann als auf der Speisekarte angegeben. In Hawker Centers gibt es keine zusätzlichen Gebühren, und Trinkgeld wird nicht erwartet.

Ungefähre Preise

  • Unterkunft: ein Hostelbett ab etwa 16 €, ein Doppelzimmer in einem Standardhotel ab etwa 65 €. Nur zum Vergleich: ein Zimmer im Marina Bay Sands kostet ab 400 € pro Nacht.
  • Essen: Mahlzeit im Hawker Center 3,50–6,50 €, ein normales Restaurant ab 14 €.
  • Getränke: Flaschenwasser 1 €, ein Bier in einer Bar ab 8 € (Alkohol wird hier stark besteuert).
  • Öffentliche Verkehrsmittel: eine Metrofahrt 0,85–1,70 € je nach Distanz.
  • Gardens by the Bay: beide Gewächshäuser zusammen rund 30 €, die Außenanlagen kostenlos.
  • Marina Bay Sands SkyPark: 32 SGD tagsüber, 36 SGD abends (etwa 21–24 €).
  • Universal Studios: ab 83 SGD, etwa 55 €.

Geschätztes Tagesbudget

Ohne Flüge und Unterkunft, pro Person:

  • Sparbudget — Hawker Centers, Metro, nur kostenlose Attraktionen: 20–28 € pro Tag.
  • Mittelklasse — ein kostenpflichtiger Museums- oder Garteneintritt pro Tag, gelegentliche Restaurantbesuche: 48–72 €.
  • Ohne Zurückhaltung — Rooftop-Cocktails, Universal Studios, Taxis: ab 120 €.

Das größte Sparpotenzial liegt nicht bei der Unterkunft, sondern beim Essen. Iss in Hawker Centers, und drei Mahlzeiten am Tag kosten dich ungefähr so viel wie ein einziges Hauptgericht in einem Restaurant an der Marina Bay.

Bunte Kolonial-Shophouses mit Laternen in Singapurs Chinatown

Fortbewegung in Singapur

Singapur ist nicht nur ein kleines Land — es ist auch eine ziemlich kleine Stadt. Alle interessanten Orte liegen dicht beieinander in der Innenstadt, sodass du bequem mit Metro, Bus oder zu Fuß überallhin kommst.

Die MRT-Metro ist übersichtlich, bequem und günstig. Eine einzelne Fahrt kostet 1,28 bis 2,57 SGD je nach Distanz, und Umstiege innerhalb von 45 Minuten zählen als eine Fahrt. Am einfachsten ist es, deine kontaktlose Zahlungskarte direkt am Drehkreuz vorzuhalten — das SimplyGo-System berechnet den Fahrpreis automatisch. Für ausländische Karten fällt eine Verwaltungsgebühr von 0,60 SGD täglich an.

Verschwende kein Geld für den mehrtägigen Singapore Tourist Pass — du wirst realistischerweise nicht genug Fahrten machen, um damit auf einen grünen Zweig zu kommen. Ein Tagespass kostet 17 SGD, ein Fünftagespass 45 SGD, während eine normale Fahrt rund zwei Dollar kostet. Damit sich der Tagespass lohnt, müsstest du an einem einzigen Tag etwa zehn Fahrten unternehmen.

Busse fahren überall in großer Zahl und sind eine solide Option, auch wenn sie für Touristen etwas weniger intuitiv sind als die Metro. Haltestellen sind gut markiert und die Verbindungen häufig. Bezahlt wird mit derselben Karte wie in der Metro.

Taxis sind recht zuverlässig, aber Fahrdienst-Apps sind meist günstiger. Uber hat Südostasien 2018 verlassen, und Grab hat seither die Marktführerschaft übernommen. Daneben gibt es Gojek, TADA und CDG Zig — bei längeren Fahrten lohnt sich ein Preisvergleich, da die Unterschiede erheblich sein können.

Miete keinen Mietwagen. Singapur begrenzt die Zahl der Fahrzeuge durch Quoten und das ERP-Mautsystem, sodass sowohl Mietgebühren als auch Parkplätze absurd teuer sind — und bei dieser dichten Metroabdeckung wäre ein Auto ohnehin nutzlos.

MRT-Metrozug auf einer Hochbahntrasse in Singapur

Essen: Drei Küchen und Hawker Centers

Die drei wichtigsten Bevölkerungsgruppen Singapurs sind Chinesen, Inder und Malaien. Kein Wunder also, dass du kulinarisch im Grunde zwischen drei Küchen wählen kannst: chinesisch, indisch und malaiisch.

Als junges Land, dessen Kultur sich noch formt, hat Singapur eigentlich kein originäres, eigenes traditionelles Gericht (und tatsächlich haben „Singapore Noodles“ nichts außer dem Namen mit dem Land gemeinsam — du wirst sie hier auf keiner Speisekarte finden). Stattdessen bekommst du singapurische Varianten von Gerichten, die aus genau diesen drei Kulturen stammen.

Von der chinesischen Seite gibt es Hainanese Chicken Rice und Hokkien Mee (Nudeln mit Fleisch in einer charakteristischen Sauce); aus der indischen Küche das beliebte Reisgericht Biryani oder das klassische Frühstücksfladenbrot Roti; und die malaiische Küche wird durch die Suppe Laksa und Nasi Lemak repräsentiert (Reis, in Kokosmilch gekocht, serviert auf einem Bananenblatt mit verschiedenen Beilagen). Da Singapur aber ein so echter multikultureller Hotspot ist, findest du hier auch Essen aus jeder Ecke der Welt. Ähnliche Aromen, nur mit lokalen Variationen, erwarten dich etwas weiter südlich in Indonesien.

Der beste — und günstigste — Ort zum Essen sind die sogenannten Hawker Centers, Foodcourts mit Dutzenden kleinen Ständen. Diese Zentren haben die Straßenküchen weitgehend abgelöst und bieten mehr Komfort und bessere Hygiene, ohne dabei an Authentizität einzubüßen. Die UNESCO hat sie seit 2020 als immaterielles Kulturerbe anerkannt.

Wo man essen sollte:

  • Maxwell Food Centre (Chinatown) — das meistbesuchte, mit einer dauerhaften Warteschlange für Tian Tian Hainanese Chicken Rice.
  • Lau Pa Sat (Finanzviertel) — eine gusseiserne Halle aus dem 19. Jahrhundert; abends wird die angrenzende Straße gesperrt, und direkt davor wird Satay gegrillt.
  • Old Airport Road Food Centre — der Favorit der Einheimischen, mit den wenigsten Touristen.
  • Tekka Centre (Little India) — die beste Adresse für indisches und malaiisches Essen.
  • Chinatown Complex — über 200 Stände, das größte im ganzen Land.

Was du unbedingt probieren solltest, egal wo du landest:

  • Hainanese Chicken Rice — pochiertes Hähnchen mit Reis, gekocht in Hühnerbrühe, das Nächste, was einem Nationalgericht kommt.
  • Chilli Crab — Krabbe in süßlich-scharfer Sauce, der einzige teurere Posten auf dieser Liste (rechne mit ab 60 SGD) und das einzige Gericht, für das es sich lohnt, wirklich in einem Restaurant Platz zu nehmen.
  • Laksa — Kokosnuss-Nudelsuppe, wobei die singapurische Version deutlich schärfer ist als das malaysische Original.
  • Kaya Toast mit zwei Eiern — das Nationalfrühstück: Toast mit Kokosmarmelade, serviert mit weich gekochten Eiern, Sojasauce und weißem Pfeffer. Rund 5 SGD.
  • Char Kway Teow — gebratene flache Nudeln, fettig und absolut unverzichtbar.
  • Ice Kacang — ein Berg aus Crushed Ice mit Sirup, Bohnen und Mais. Klingt seltsam, ist in der Hitze Singapurs aber genau richtig.

Angesichts der vielen Vegetarier hier — sei es aus persönlicher Wahl oder aus religiösen Gründen — ist vegetarisches Essen in Singapur überhaupt kein Problem. Vor allem die indische Küche bietet vegetarische Varianten von fast jedem Gericht.

Auf der anderen Seite entdeckst du, dank des Einflusses von Kulturen, in denen buchstäblich alles gegessen wird, manchmal seltsame Dinge auf Speisekarten, wie Haifischflossensuppe. Verzichte unbedingt darauf — selbst Singapurer erkennen zunehmend, dass es keine Delikatesse, sondern ein ethisches Problem ist.

Obststand auf einem Markt in Singapurs Chinatown

Top-Sehenswürdigkeiten in Singapur

Marina Bay Sands und Gardens by the Bay

Das ikonische Gebäude beherbergt ein Luxusresort, komplett mit einer edlen Shopping-Mall und einem gigantischen Casino. Auf seinem schiffsförmigen Dach befindet sich der weltweit berühmteste Infinity-Pool — der jedoch nur Hotelgästen vorbehalten ist. Alle anderen können auf das SkyPark Observation Deck im 56. Stock hoch, wo der Eintritt 32 SGD tagsüber und 36 SGD zu den abendlichen Stoßzeiten kostet.

Luftaufnahme von Supertree Grove und den Gewächshäusern der Gardens by the Bay
Durch Supertree Grove kannst du kostenlos spazieren — bezahlen musst du nur für die Gewächshäuser und den Baumwipfelweg

Direkt hinter dem Hotel liegen die berühmten Gardens by the Bay, wo Natur auf moderne Architektur trifft. Die Außenanlagen und Supertree Grove sind kostenlos; bezahlen musst du für die Gewächshäuser Flower Dome und Cloud Forest, den Aussichtspunkt Supertree Observatory und den OCBC Skyway, der durch die Baumkronen der Supertrees führt. Geöffnet täglich von 9:00 bis 21:00 Uhr.

Inneres des Cloud-Forest-Gewächshauses in den Gardens by the Bay

Jeden Abend findet in den Gärten und vor dem Marina Bay Sands eine musikalisch untermalte Lichtshow statt, die Touristen wie Einheimische anzieht — und sie ist kostenlos. Die beste Kombination aus Preis und Erlebnis ist, den kostenlosen Supertree Grove bei Sonnenuntergang zu erleben und anschließend eines der Gewächshäuser zu besuchen; von beiden ist Cloud Forest mit seinem Indoor-Wasserfall das beeindruckendere.

Gardens by the Bay mit den Supertrees in Singapur

ArtScience Museum

Neben dem Marina Bay Sands steht ein auffälliges, lotusförmiges Gebäude, in dem das ArtScience Museum untergebracht ist. Es zeigt Ausstellungen zu den verschiedensten Themen, aber der Höhepunkt ist Future World, eine High-Tech-Lichtausstellung — digitale Installationen, durch die man sich bewegen kann und die auf Berührung reagieren. Es ist eine der wenigen Attraktionen der Stadt, für die sich eine Vorabbuchung lohnt, da es an Wochenenden sehr voll wird.

Lotusförmiges ArtScience Museum in Singapur

Sentosa

Eine kleine Insel direkt vor der Hauptinsel — Sentosa ist nicht nur ein Unterhaltungszentrum, sondern auch fast der einzige Ort im urbanisierten Singapur, an dem du ein Stück tropisches Paradies in Form von Stränden findest. Daneben gibt es Universal Studios, einen Wasserpark, einen Abenteuerpark mit Klettersteig und Seilrutsche sowie ein britisches Fort aus dem 19. Jahrhundert.

Du erreichst die Insel per Seilbahn mit Blick über die Stadt, mit der Sentosa Express-Einschienenbahn ab der VivoCity-Mall oder über den Sentosa Boardwalk — einen 700 Meter langen überdachten Weg mit Laufbändern, den man in rund fünfzehn Minuten zu Fuß und kostenlos überquert. Tickets für Universal Studios kosten ab 83 SGD, während die Strände und ein Spaziergang um die Insel nichts kosten.

Palawan Beach auf Sentosa Island in Singapur
Sentosa ist im Grunde der einzige Ort in Singapur mit einem richtigen Strand

Unterkünfte auf Sentosa finden

Chinatown, Little India und Kampong Glam

Wie jedes Land mit einer größeren chinesischen Gemeinschaft hat auch Singapur sein eigenes Chinatown. Es sieht vielen anderen Chinatowns weltweit ähnlich, aber zwischen günstigem Shopping und großartigem Essen lohnt sich ein Besuch allemal. Verpasse nicht den Buddha Tooth Relic Temple und die Hawker Centers ein paar Straßen weiter, wo Einheimische — nicht Touristen — tatsächlich essen.

Kunstvoller Turm des Sri-Mariamman-Hindutempels in Chinatown

Zwischen den Shophouses findest du überraschend viel Street Art. Anders als in den meisten Städten ist hier jedoch nichts davon ohne Erlaubnis entstanden — die Wandbilder werden von Künstlern mit Zustimmung der Gebäudeeigentümer gemalt und erzählen oft die Geschichte der Straße, in der sie sich befinden.

Wandbild an einer Mauer in Singapurs Chinatown

Little India hingegen ist die Heimat der indischen Gemeinschaft der Stadt. Bei Touristen beliebt wegen seiner bunten Häuser, seiner Street Art und wieder einmal hervorragendem indischen Essen. Es lohnt sich, den Sri-Veeramakaliamman-Tempel und das Mustafa Centre zu besuchen — ein Kaufhaus, das 24 Stunden täglich geöffnet ist und wirklich alles verkauft.

Das dritte und am wenigsten besuchte Viertel ist Kampong Glam, das historische Herz der malaiisch-muslimischen Gemeinschaft Singapurs. Es wird von der goldenen Kuppel der Sultan-Moschee beherrscht, der größten im Land; außerhalb der Gebetszeiten dürfen Besucher hinein, solange Schultern und Knie bedeckt sind.

Sultan-Moschee mit ihrer goldenen Kuppel im Stadtteil Kampong Glam

Direkt neben der Moschee verläuft die Haji Lane, die schmalste Straße der Stadt, vollständig mit Wandbildern bedeckt und gesäumt von unabhängigen Läden, Tattoo-Studios und Bars. Von den drei Vierteln eignet sich dieses am besten zum ziellosen Bummeln — und abends wird sie zu einem der lebhaftesten Orte Singapurs.

Bunte Fassaden und Bars in der Haji Lane in Singapur

Unterkünfte in Kampong Glam finden

Mandai: Zoo, Night Safari und Bird Paradise

Im Norden der Insel liegt das Mandai Wildlife Reserve, ein Komplex aus fünf Tierparks, der zu den besten der Welt zählt. Der Singapore Zoo war Vorreiter beim Konzept käfigfreier Gehege mit Wassergräben statt Gitterstäben. Die Night Safari war der weltweit erste Nachtzoo und bleibt der berühmteste. River Wonders widmet sich Flussökosystemen, und Bird Paradise, eröffnet 2023, ist der größte Vogelpark Asiens — Heimat von 3.500 Vögeln in acht begehbaren Volieren.

Tiger in einem Wassergehege im Zoo

Der Einzeleintritt liegt bei rund 43 bis 56 SGD pro Park, während der kombinierte Destination Pass, der mehrere Parks abdeckt, deutlich günstiger ausfällt. Plane einen halben Tag pro Park ein, plus rund eine Stunde Anfahrt vom Zentrum mit Metro und Bus.

Eingang zum Rainforest Wild Adventure Park in Mandai

Merlion Park und die Bucht-Promenade

Der Merlion — ein Löwe mit Fischschwanz — ist das Maskottchen der Stadt, und seine berühmteste Statue steht im Merlion Park am nördlichen Ufer der Bucht. Die Statue selbst ist ein Touristenklischee, aber trotzdem der beste Ort für ein Skyline-Foto mit dem Marina Bay Sands im Hintergrund. Komm etwa eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang vorbei, wenn die Wolkenkratzer beleuchtet werden und es noch nicht komplett dunkel ist.

Merlion-Statue und Marina-Bay-Skyline bei Sonnenaufgang
Merlion Park ist der beste Ort für ein Skyline-Foto — idealerweise etwa eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang

Von hier aus verläuft eine Promenade rund um die gesamte Bucht — die komplette Runde ist knapp 4 Kilometer lang und dauert zu Fuß etwa eine Stunde. Unterwegs passierst du das Esplanade (ein durianförmiges Konzerthaus), das Riesenrad Singapore Flyer und die Marina Barrage, einen Damm mit einer Dachwiese, auf der Einheimische Drachen steigen lassen und Touristen so gut wie nie hinkommen.

Kuriositäten, die du sonst nirgendwo findest

Haw Par Villa ist ein Skulpturenpark, erbaut vom Gründer von Tiger Balm — über tausend leuchtend bunte Figuren, verstreut über einen Hügel, die Szenen aus der chinesischen Mythologie, Pagoden, Drachen und Sumo-Ringer darstellen. Es fühlt sich an wie ein Horrorfilm, gedreht in einem Süßwarenladen, und der Eintritt ist kostenlos.

Pagode mit Buddha-Statue im Haw-Par-Villa-Park in Singapur

Die berühmten Ten Courts of Hell, die anschaulich zeigen, welche Strafe auf welche Sünde folgt, gehören inzwischen zum Hell’s Museum und kosten 20 SGD. Für Kinder unter neun Jahren wird es nicht empfohlen — aus gutem Grund.

Sumo-Ringer-Statuen im Haw-Par-Villa-Park in Singapur
Haw Par Villa ist der seltsamste Park der Stadt — und der Besuch kostet nichts

Pulau Ubin ist das genaue Gegenteil des restlichen Landes: eine Insel vor der Nordostküste, erreichbar mit einem hölzernen Bumboat ab Changi Village, Heimat des letzten verbliebenen Kampong des Landes, eines traditionellen Pfahlbaudorfs. Keine Wolkenkratzer, keine Geschäfte — nur Fahrradverleih, unbefestigte Straßen und Feuchtgebiete. Ein Halbtagesausflug, der sich anfühlt wie ein völlig anderes Land.

Grünflächen, die man leicht vergisst

Singapur nennt sich selbst „eine Stadt im Garten“, und das ist keine leere Floskel. Die Singapore Botanic Gardens sind seit 2015 UNESCO-Weltkulturerbe — der einzige tropische botanische Garten, dem diese Auszeichnung zuteilwurde. Der Eintritt ist kostenlos; bezahlen musst du nur für den Zutritt zum Orchideengarten.

Für einen kostenlosen Ausblick lohnt sich ein Abstecher zu den Southern Ridges — einem zehn Kilometer langen Höhenweg, der mehrere Parks durchquert; der meistfotografierte Abschnitt ist die geschwungene Brücke Henderson Waves. Und mitten im Stadtzentrum verbirgt der Fort Canning Park die berühmte Wendeltreppe in einem lichtdurchfluteten Tunnel, für die inzwischen eine kleine Warteschlange nur für Fotos entsteht.

Wo du in Singapur übernachten solltest

Singapur ist klein und die Metro schnell, deshalb geht es bei der Wahl des Viertels eher um Atmosphäre als um Reisezeit. Praktisch von überall im Stadtzentrum bist du innerhalb von zwanzig Minuten anderswo.

Marina Bay ist die prestigeträchtigste und teuerste Option — du bist mitten im Geschehen, mit Skyline-Blick und nur wenige Minuten von den Gardens by the Bay entfernt.

Unterkünfte in Marina Bay finden

Chinatown und Little India bieten das beste Preis-Lage-Verhältnis, die meisten Hostels und das beste Essen direkt vor der Tür. Für einen ersten Besuch ist das die klügste Wahl.

Unterkünfte in Chinatown durchstöbern

Kampong Glam ist eine ruhigere Alternative mit Boutique-Hotels, Cafés und Bars entlang der Haji Lane. Orchard Road ist die Shopping-Meile — viele Hotels, aber am wenigsten Atmosphäre von allen. Und Sentosa lohnt sich vor allem, wenn du mit Kindern unterwegs bist — rechne dann aber mit einem längeren Weg in die Stadt.

Wo du in Singapur übernachten solltest
⭐ Top-TippMarina Bay
Marina Bay
Ein prestigeträchtiges Viertel mit Blick auf die ikonische Skyline. In der Nähe von Gardens by the Bay und dem ArtScience Museum.
Verfügbarkeit prüfen
Chinatown
Chinatown & Little India
Das Herz der lokalen Kultur, mit günstigeren Unterkünften und authentischem Essen. Ausgezeichnete Metroanbindung.
Verfügbarkeit prüfen
Orchard
Orchard Road
Eine Shopping- und Hotelmeile, ideal für Besucher, die alles in Reichweite haben möchten. Nahe der Innenstadt.
Verfügbarkeit prüfen
Sentosa
Sentosa Island
Eine Insel mit Stränden, Universal Studios und weiteren Attraktionen. Ideal für Familien mit Kindern.
Verfügbarkeit prüfen

Singapur in 1, 2 oder 3 Tagen

Ein Tag (oder ein langer Zwischenstopp):

  • Morgen in Chinatown, Mittagessen im Maxwell Food Centre.
  • Nachmittag in den Gardens by the Bay — Cloud Forest, danach die Außenanlagen.
  • Merlion Park vor Sonnenuntergang für den Blick über die Bucht.
  • Abendliche Lichtshow am Supertree Grove und ein Spaziergang um die Marina Bay.

Zwei Tage — ergänze:

  • Little India und Kampong Glam, mit Mittagessen im Tekka Centre.
  • Die Singapore Botanic Gardens oder die Southern Ridges.
  • Abend im Lau Pa Sat mit gegrilltem Satay auf der angrenzenden Straße.

Drei Tage — wähle eine Option:

  • Sentosa — Strände und Universal Studios, ideal mit Kindern.
  • Mandai — Singapore Zoo oder Night Safari, plane einen ganzen Tag ein.
  • Jewel und Changi — wenn du abends ausfliegst, kannst du deinen letzten Tag direkt am Flughafen verbringen.

Es besteht keine Notwendigkeit, Singapur über drei Tage hinaus auszudehnen — Tag vier ist ein guter Zeitpunkt, um weiterzufliegen, sei es nach Malaysia oder zu einer der indonesischen Inseln.

Praktische Infos auf einen Blick

  • Zeitunterschied: Singapur kennt keine Sommerzeitumstellung, deshalb liegt es 6 Stunden vor der mitteleuropäischen Sommerzeit und 7 Stunden vor der Winterzeit.
  • Steckdosen: britischer Typ G, drei flache Stifte, 230V. Vergiss den Adapter nicht — Hotels haben nur manchmal Leihgeräte.
  • Internet: eine Touristen-SIM lokaler Anbieter kostet rund 12 SGD und ist direkt am Flughafen erhältlich; eine eSIM ist meist noch günstiger. Das kostenlose Wireless@SGx-Netz deckt Metro, Bibliotheken und Malls ab.
  • Sprache: Englisch ist offizielle Sprache, du kommst überall problemlos zurecht, auch in Hawker Centers und Taxis.
  • Wasser: Leitungswasser ist unbedenklich trinkbar, bring also deine eigene Flasche mit.
  • Trinkgeld: wird nicht erwartet — Restaurants berechnen bereits eine Servicegebühr auf der Rechnung.
  • Öffnungszeiten: Einkaufszentren haben 10:00–22:00 Uhr geöffnet, auch sonntags; Hawker Centers öffnen früh morgens, manche rund um die Uhr.
  • Dokumente: Kriminalität ist minimal, trotzdem lohnt es sich, ein Foto deines Reisepasses auf dem Handy zu haben — Grenzbeamte und Hotels fragen häufig danach.

Gesundheit und Hygiene

Im Vergleich zu seinen Nachbarn hat Singapur außerordentlich hohe Hygienestandards. Keine Impfungen sind vorgeschrieben, empfohlen werden aber Hepatitis A und Typhus — der Standardschutz für tropische Reisen. Vielen Reisenden ist nicht bewusst, dass Leitungswasser sicher und zu 100 % trinkbar ist — eine Seltenheit in Südostasien.

Auch wenn die gesundheitlichen Risiken hier gering sind, bedenke, dass es sich immer noch um ein tropisches Land handelt, und durch Mücken übertragene Krankheiten sind möglich, packe also Insektenschutzmittel ein. Neben Dengue-Fieber, das regelmäßig in der Stadt auftritt, gilt Singapur auch als Zika-Risikogebiet. Es gibt keinen aktiven Ausbruch, aber schwangeren Reisenden wird von einem Besuch abgeraten — falls das auf dich zutrifft, sprich vorher mit einem Arzt.

Die medizinische Versorgung ist ausgezeichnet, aber sehr teuer. Ein Besuch in der Notaufnahme kann mehrere Hundert Dollar kosten, ein Krankenhausaufenthalt sogar mehrere Tausend — ohne Reiseversicherung nach Singapur zu fliegen, selbst nur für einen Zwischenstopp, lohnt das Risiko nicht.

Mit einer Multiwährungskarte wie Revolut unterwegs zu sein, macht das Bezahlen in Südostasien mühelos — niedrige Wechselgebühren bedeuten, dass du bei jedem Grenzübertritt kein Geld verlierst.

Sicherheit und Gesetze, auf die du achten solltest

Die lokale Mentalität kombiniert mit strengen Gesetzen macht Singapur zu einer der sichersten Städte der Welt. Diebstahl und Betrug sind selten, die Wahrscheinlichkeit, überfallen zu werden, geht gegen null, und auf Drogenbesitz steht die Todesstrafe. Trotzdem ist es klug, wachsam zu bleiben, besonders nachts und in ruhigeren Stadtteilen. Mit seiner Kombination aus strengen Gesetzen und hohem Lebensstandard hat Singapur einiges mit einem anderen kleinen Staat der Region gemeinsam — Brunei.

Trotzdem würde ich behaupten, dass du selbst viel eher unwissentlich ein kleines Vergehen begehst, als Opfer einer Straftat zu werden. Es lohnt sich, sich mit Singapurs Gesetzen vertraut zu machen, noch bevor du überhaupt daran denkst, auf die Straße zu spucken.

Vier Dinge, die Besuchern am häufigsten zum Verhängnis werden:

  • E-Zigaretten sind komplett verboten — nicht nur der Verkauf, sondern auch Besitz und Einfuhr. Die Kontrollen am Flughafen sind gründlich, und die Bußgelder hoch. Lass deine Vape zu Hause; das ist derzeit der häufigste Verstoß unter europäischen Touristen.
  • Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit ist von 22:30 bis 7:00 Uhr verboten, und auch der Verkauf von Alkohol zum Mitnehmen ist während dieser Zeit untersagt. Bußgelder können beim ersten Verstoß bis zu 1.000 SGD betragen.
  • Rauchen ist an den meisten öffentlichen Orten verboten, auch auf vielen Straßen und an Bushaltestellen.
  • Kaugummi darf nicht in großen Mengen verkauft oder eingeführt werden. Kauen ist jedoch legal, und ein paar Stück in der Tasche fallen niemandem auf — Bußgeld gibt es nur, wenn du ihn auf die Straße spuckst.

Religion, Feiertage und Traditionen

Singapur hat keine einzelne dominierende Religion oder eine einheitliche „singapurische“ Kultur. Buddhisten, Muslime, Hindus, Christen, Atheisten und Anhänger kleinerer, weniger bekannter Glaubensrichtungen leben hier Seite an Seite. Traditionen richten sich hier nach den individuellen Kulturen und Überzeugungen jeder Gemeinschaft.

Der größte Feiertag in Singapur ist, angesichts der dominierenden chinesischen Bevölkerung wenig überraschend, das Chinesische Neujahr Ende Januar oder Anfang Februar. Der beste Rat für einen reibungslosen Besuch ist einfach, jeden unabhängig von seinen Überzeugungen zu respektieren und Anhänger jeder Religion mit Rücksicht zu behandeln.

Ein paar weitere Dinge, die es zu wissen lohnt

  • Eines der Dinge, die fast jeder über Singapur weiß, sind seine berüchtigt strengen Gesetze. Das berühmte Kaugummiverbot ist nur der Anfang — du kannst für Spucken, Herumwerfen von Müll oder sogar das Mitbenutzen des WLANs eines anderen Bußgeld bekommen.
  • Jegliche Pornografie ist illegal, ebenso öffentliche Nacktheit. Allerdings ist nicht alles ganz so blitzsauber, wie es scheint — ich selbst habe Singapurer beim Rauchen und Spucken gesehen.
  • Singapur hat vier Amtssprachen — Englisch, Chinesisch, Malaiisch und Tamil. Auf Englisch kommst du überall problemlos zurecht. Die Art, wie Einheimische untereinander im Alltag sprechen, ist oft Singlish, eine stark vereinfachte Form des Englischen, die Ausdrücke aus den anderen gängigen Sprachen entlehnt.
  • Singapurer reservieren häufig Plätze an Tischen im Foodcourt, indem sie Taschentuchpackungen oder andere kleine Gegenstände darauf liegen lassen. Setz dich nicht an einen Tisch, auf dem Taschentücher liegen.
  • Falls du immer noch nicht überzeugt bist, dass Hawker Centers der beste Ort zum Essen sind, hier noch ein Argument: Singapur beherbergt einen Michelin-besternten Street-Food-Stand. Hill Street Tai Hwa Pork Noodle in der Crawford Lane hält seinen Stern ununterbrochen seit 2016, als er einer der ersten beiden Street-Food-Stände weltweit war, die je einen erhielten.
  • Das Maskottchen der Stadt ist der Merlion, ein Löwe mit Fischschwanz, und du wirst das Symbol überall in der Stadt entdecken. Die berühmteste Version steht als riesige wasserspeiende Statue im Merlion Park. Die ganze Gegend eignet sich für einen schönen Spaziergang mit herrlichem Panoramablick über das Bayfront-Viertel.
  • Singapur lässt sich gut mit anderen Stationen in der Region kombinieren — am häufigsten Malaysia, Indonesien oder ein längerer Weiterflug nach Südkorea.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die Hauptstadt von Singapur?

Singapur ist ein Stadtstaat, daher sind Stadt und Land ein und dasselbe — die Hauptstadt Singapurs ist Singapur. Es umfasst rund 730 km² und hat etwa 6 Millionen Einwohner. Verwaltungstechnisch ist das Land nicht im üblichen Sinne in Regionen unterteilt, sondern in 5 Regionen und 55 Planungsgebiete; was Touristen „Innenstadt“ nennen, ist das Gebiet Downtown Core rund um die Marina Bay.

Brauche ich ein Visum für Singapur?

Nein. Staatsangehörige der EU, des UK und der USA erhalten eine visumfreie Einreise für 90 Tage. Dein Reisepass muss noch mindestens sechs Monate über deinen Aufenthalt hinaus gültig sein, und vor der Ankunft musst du die elektronische SG Arrival Card einreichen — kostenlos, bis zu drei Tage vor der Landung, über die ICA-Website oder die MyICA-App.

Wie viele Tage braucht man in Singapur?

Zwei bis drei Tage. An einem Tag kannst du Chinatown, Gardens by the Bay und die abendliche Lichtshow abdecken; ein zweiter Tag ergänzt Little India, Kampong Glam und die botanischen Gärten. Ein dritter Tag lohnt sich für Sentosa oder den Zoo in Mandai. Darüber hinaus lohnt es sich meist, weiterzufliegen.

Ist Singapur teuer?

Teurer als Thailand oder Malaysia, aber weit günstiger, als sein Ruf vermuten lässt. Bei knappem Budget kostet ein Tag ohne Unterkunft rund 20–28 €; im mittleren Preissegment sind es 48–72 €. Am teuersten sind Alkohol, Taxis und Restaurants — Mahlzeiten im Hawker Center kosten nur wenige Euro.

Kann man in Singapur Leitungswasser trinken?

Ja, Leitungswasser ist sicher und trinkbar — eine seltene Ausnahme innerhalb Südostasiens. Bring deine eigene Flasche mit; es gibt zahlreiche Nachfüllstationen in der Stadt, und angesichts der Luftfeuchtigkeit trinkst du mehr, als du erwarten würdest.

Wann ist die beste Reisezeit für Singapur?

Februar bis April. Die Temperaturen liegen das ganze Jahr über bei rund 30 °C, aber in diesem Zeitraum ist der Regen am geringsten und die Luftfeuchtigkeit am erträglichsten. Von November bis Januar fällt der stärkste Regen, und von August bis Oktober kann gelegentlich Haze auftreten — Smog von Bränden in Indonesien.

Weitere Informationsquellen

Visit Singapore

Die offizielle Website des Singapore Tourism Board. Hier findest du alle Infos zu Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Veranstaltungen und Festivals in der Stadt.

TheVintageVision

Schau dir YouTube-Kanäle sowohl von gebürtigen Singapurern als auch von langjährigen Expats an, die in der Stadt leben. Ein Beispiel ist Georgia, deren Kanal voller Videos über den Alltag in Singapur steckt.

Karolína Koubová

Ich bin Studentin der Verfahrenstechnik und verbringe meine Freizeit meist mit Solo-Reisen und Freiwilligenarbeit in Hostels. Singapur war eine Station auf meiner fast dreimonatigen Reise durch Ost- und Südostasien. Momentan blogge ich nicht aktiv, aber du findest mich auf Instagram als @stellaprotisvetu, wo ich meine Reisen so ungeschönt wie möglich teile.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen